Schwarmintelligenz im Unternehmen

Schwarmintelligenz

Schwarmintelligenz: „Mehr Köpfchen“ durch Vernetzung vieler Köpfe

♦ Schwarmintelligenz in hierarchisch geführten Unternehmen – geht das überhaupt?

Kreativität in schwarmintelligenten Teams freigeben und steuern


Schwarmintelligenz im Unternehmen
Das Buch zur Schwarmintelligenz. Von Jochen May

 

Schwarmintelligenz hat sich in der Natur seit Jahrmillionen bewährt. Ihre Wirkung beruht auf der Vernetzung vielfältiger Kompetenzen. Im Vergleich zu einzelnen Spezialisten besitzt der Schwarm ein erweitertes Gesichtsfeld.

Neue Trends lassen sich durch Schwarmintelligenz leichter aufspüren. Schwarmintelligente Teams sind offener für Innovationen, die mehr vorstellen als nur Altbekanntes in neuem Kleid.


Tipp: Schwarmintelligenz führt zu einem Kreativitätsschub und fördert die Entwicklung völlig neuartiger Ansätze mit Alleinstellungsmerkmalen.  Veränderte Geschäftsanforderungen werden schnell und engagiert bewältigt.


 

Ein wenig Bionik

Schwarmintelligenz bei Ameisen
Beim Laufen sondern Ameisen Duftspuren, so genannte Pheromone, ab. Ameisen, die zufällig den kürzesten Weg gewählt haben, sind früher im Ameisenhaufen zurück. Die Pheromonkonzentration auf diesem Weg steigt und lockt immer mehr Ameisen auf die kürzeste Strecke.

Wie funktioniert Schwarmintelligenz? Von Mutter Natur können wir uns die Grundprinzipien abschauen.

Ameisen sind kleine Navigationswunderkinder. Obwohl schon ein paar Grashalme das Gelände für Ameisen völlig unübersichtlich machen, finden sie nach kurzem Probieren immer den kürzesten Weg zu einem Futterplatz.

Bei ihrer Futtersuche folgen Ameisen instinktiv einem Verhaltenskodex von Mutter Natur. Dieser Verhaltenskodex formuliert bindende Erwartungen an alle Schwarm-Mitglieder. Ameisen schreibt ihr Verhaltenskodex vor, Ameisenstraßen mit intensiveren Duftspuren ihrer Artgenossen häufiger zu folgen als anderen Wegen.

Häufiger, aber nicht immer! Selbst die streng reglementierten Ameisen verfügen über einen bescheidenen Freiraum: sie können auch andere Wege nutzen. Das ist auch gut so, denn ohne dieses Experimentierfeld würden alle Ameisen stur dem Weg der ersten Ameise folgen, egal, ob dies der kürzeste oder längste Weg zum Futterplatz ist.

Ameisen, die zufällig den kürzesten Weg gewählt haben, sind früher im Ameisenhaufen zurück. Die Konzentration der Duftspuren auf diesem Weg steigt immer weiter an und lockt so immer mehr Ameisen auf die kürzeste Strecke.

Ihre Futtersuche läuft Energie-effizient ab und erleichtert den Arterhalt. Das funktioniert sogar, ohne dass die einzelne Ameise von diesem Schwarmeffekt irgendetwas ahnt.


Tipp: Die reine Anwesenheit mehrerer Personen am gleichen Ort erzeugt noch keine Schwarmintelligenz. Voraussetzungen für Schwarmintelligenz sind stets ein verbindlicher Verhaltenskodex, der außerhalb des Schwarms gesetzt ist, sowie Freiräume für Experimente.


 

Schwarmintelligente Teams in hierarchisch geführten Unternehmen?

Wer ist hier der Chef?
Die Fische machen es uns vor – im Schwarm selbst gibt es keinen Chef!

Die Erfordernis eines verbindlichen Verhaltenskodex für den Schwarm macht Schwarmintelligenz in hierarchisch geführten Unternehmen möglich. In der Natur basiert der Verhaltenskodex auf Instinkt. In Wirtschaftsorganisationen setzen Führungskräfte Verhaltensnormen. Führungskräfte sind also unerlässlich, um Schwarmintelligenz zu initiieren.

Im Schwarm selbst gibt es allerdings keinen Chef! Schwarmintelligente Teams bestehen aus gleichberechtigten Mitgliedern, die idealerweise unterschiedliche Kompetenzen und ein breites Erfahrungsspektrum repräsentieren.

Je weniger dominant sich einzelne Schwarm-Mitglieder verhalten und je breiter gefächert die Kompetenzen im Schwarm sind, desto größer sind die Chancen auf unkonventionelle, neuartige Lösungen!

 


Tipp: die Einbettung von Schwarmintelligenz in ansonsten hierarchisch geführte Unternehmen ist grundsätzlich möglich. Allerdings ist in vielen Fällen eine Änderung des Führungsstils erforderlich, denn ein Schwarm braucht fühlbare Freiheitsgrade. Das von Jochen May zur indirekten Führung von Schwärmen empfohlene Instrumentarium entspricht dem der agilen Organisation und ist hier beschrieben.


Vortrag/Kompakt-Workshop Schwarmintelligenz

 

Ist Schwarmintelligenz die universell überlegene Problemlösung?

Die besser bekannte Menschheitsgeschichte reicht gut 5000 Jahre zurück. Wir kennen Pharaonen, Kaiser und Könige, Wirtschafts- und Militärführer. Aber Schwarmintelligenz? Hat die Menschheit bisher alles falsch gemacht, weil sie zu sehr auf Hierarchien gesetzt hat?

In der Natur ist Schwarmintelligenz gut eingeführt, doch selbst hier fällt auf: neben Schwärmen ohne Chefs kennt die Natur auch Herden mit Leittieren. Diese Leittiere treffen Entscheidungen über Angriff oder Flucht. Leittiere führen ihre Herden zu Wasserlöchern, Weide- oder Jagdgründen. Dies setzt bei Leittieren bestimmte kognitive Fähigkeiten voraus, von denen die Herde auf Gedeih und Verderb abhängt.

Auf die kognitiven Fähigkeiten von Experten vertrauen oder kognitive Fähigkeiten zum Superorganismus zusammenschalten?

Schwarmintelligenz basiert auf einem völlig anderen Prinzip. Sie kombiniert die kognitiven Fähigkeiten mehrerer Individuen. Individuelle Fähigkeiten werden zu einer Art Supermechanismus zusammengeschaltet. Damit lassen sich auch Probleme lösen, die ein Individuum mit seinen begrenzten kognitiven Fähigkeiten nicht lösen könnte.

Eine Ober-Ameise als Leittier beispielsweise wäre völlig sinnlos, denn sie könnte den kürzesten Weg zu einer Futterstelle genauso wenig finden wie ihre einfachen Artgenossen.

Soweit die kognitiven Fähigkeiten zur Bewältigung einer Aufgabe ausreichen, kann man getrost auf Chefs und Experten vertrauen.

Anders bei volatilen, nicht berechenbaren Aufgaben. Für Aufgaben, die auf unsicherer Entscheidungsgrundlage  und unter spekulativen Zukunftsannahmen bewältigt werden müssen, ist Schwarmintelligenz das Mittel der Wahl!


Tipp: Für die Erfassung von Zukunftstrends und die Kreation neuartige Lösungen mit Alleinstellungsmerkmal sollten Organisationen mehr auf Schwarmintelligenz als auf Expertentum setzen!


 

Was Führungskräfte sonst noch über Schwarmintelligenz wissen sollten

  • – Wie konstituieren sich schwarmintelligente Teams?
  • – Wie viel Freiheitsgrade benötigen sie?
  • – Wie können Führungskräfte die Balance zwischen Führung und Mitarbeiter-Empowerment halten? Dürfen Mitarbeiter/innen beispielsweise von bestehenden Prozessen abweichen? Falls ja, unter welchen Umständen?
  • – Welches häufig anzutreffende Verhalten verhindert Schwarmintelligenz und sollte unter allen Umständen vermieden werden?
  • – Wie können Chefs ihrer Aufsichtspflicht nachkommen, ohne das neu erwachte Mitarbeiter-Engagement durch rigide Kontrolle gleich wieder abzuwürgen?
  • – Wie lässt sich Schwarmintelligenz im Unternehmen einführen?

Tipp: alle genannten Fragen werden im Rahmen des Vortrags oder Kompakt-Workshops „Schwarmintelligenz – mehr Köpfchen bitte“ beantwortet.


Vortrag/Kompakt-Workshop Schwarmintelligenz

 

Was schwarmintelligente Teams ausmacht

Auch Mitarbeiter/innen müssen umdenken! Denn im Schwarm gibt es keinen Chef! Logisch, sonst wären wir ja wieder beim Führungsprinzip! Selbstständig arbeiten ohne detaillierte Anweisungen, sich mit Kollegen/innen abstimmen, Prioritäten setzen, Initiativen ergreifen – all das gehört zur Schwarmintelligenz im Arbeitsalltag! Machbar, von vielen Mitarbeitern/innen schon immer gefordert, aber, sobald der Ernstfall eintritt, für alle Beteiligten doch sehr ungewohnt.

Während die Instinkt-gesteuerte Natur ihre Schwärme mit allen erforderlichen Kompetenzen ausstattet, müssen menschliche Schwärme sich die Werkzeuge für Autonomie im Arbeitsalltag erst erarbeiten.

Schwarmintelligente Teams sollten Instrumente beherrschen, die sicherstellen, dass eine gemeinsam getragene Ergebnisverantwortung nicht in kollektive Verantwortungslosigkeit umschlägt, weil jeder sich auf den anderen verlässt. Wer kümmert sich um Unvorhergesehenes? Wie löst man Meinungsverschiedenheiten im Team ergebnisoffen und konstruktiv? Für solche und ähnliche Fragestellungen existieren Instrumente, die dem Team helfen, optimale Ergebnisse zu erzielen.


Tipp: Schwarmintelligente Teams sind keine Selbstläufer! Beim Roll-Out von Schwarmintelligenz müssen Teams Prozesse und Instrumente trainieren, die eine reibungslose Kooperation und die Zusammenschaltung unterschiedlicher Kompetenzen möglich machen.


Was schwarmintelligente Teams sonst noch wissen sollten

  • – Welche Ziel- und Orientierungsgrößen bestehen für schwarmintelligente Teams?
  • – Welchen Einfluss können schwarmintelligente Teams auf die Zielfindung nehmen?
  • – Was macht Schwarm-gerechte Informationsströme aus?
  • – Was passiert, wenn etwas Unerwartetes eintritt?
  • – Wie können im Team Innovationen gezielt entwickelt werden?
  • – Dürfen schwarmintelligente Teams von bestehenden Prozessen abweichen?
  • – Falls ja, unter welchen Bedingungen? Besteht dabei Sanktionsschutz?

Tipp: alle genannten Fragen werden im Rahmen des Vortrags oder Kompakt-Workshops „Schwarmintelligenz – mehr Köpfchen bitte“ beantwortet.


Vortrag/Kompakt-Workshop Schwarmintelligenz

Schwarmintelligenz – Leistungen Jochen May Human Resources Consulting für Klienten

  • – Aufzeigen von Nutzen und Wirkungsweise von Schwarmintelligenz im Arbeitsalltag
  • – Unterstützung bei der Beseitigung von Agilitäts-Hindernissen
  • – Überlassung und Einführung des Scharmpower-Toolkits
  • – Anwendertraining vor Ort in Sprint-Workshops
  • – Unterstützung bei Kommunikation und Roll-Out

Schwarmintelligenz im UnternehmenDas Buch zum Thema Schwarmpower

Schwarmintelligenz im Unternehmen

von Jochen May

 

 

 

 

 

 

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